Ausbruchsmanagement // Krisen-Intervention

Wir verlieren keine Zeit.

Ein plötzliches, massives Auftreten von infektiösen Erkrankungen durchbricht in jeder Einrichtung die gängigen Routinen. Trotz bestehender Notfall- oder Havariekonzepte geraten die üblichen Vorgehensweisen aus den Strukturen und insbesondere das Personal kommt schnell an die Grenzen des Umsetzbaren.

Wir haben Ausbrüche und rätselhafte Häufungen von Infektionserregern bereits in den verschiedensten Settings analysiert und eindämmen können. Das Ausbruchsmanagement in Krankenhäusern ist hinsichtlich der Bandbreite an Symptomen und Erregern, Übertragungswegen und Ursachen sicherlich besonders komplex. Genau so kritisch sind aber auch gehäuftes Auftreten von multiresistenten Erregern in ambulant operierenden Zentren, ein Grippe-Ausbruch in einem Altenheim oder eine Norovirus-Welle auf einem Kreuzfahrtschiff.

Aus unseren Erfahrungen bei der Bewältigung dieser sehr unterschiedlichen Ausgangssituationen haben wir ein praktikables System entwickelt, welches uns durch das Krisenmanagement begleitet:

Sechs Stufen zur Identifizierung, Behebung und nachhaltigen Lösung von Infektionshäufungen

Unser 6-Stufenkonzept unterscheidet sich hinsichtlich der praktischen Umsetzbarkeit und insbesondere in Bezug auf das Tempo zur Ursachen- und Lösungsfindung erheblich vom klassischen Ausbruchmanagement wie es beispielsweise das Robert Koch-Institut für Krankenhäuser vorsieht.

1. Datenerhebung

Welche Informationen liegen vor zu:

  • Symptomatik, Symptomverlauf, Erregernachweisen
  • Anzahl betroffener Personen (Indexpatient? / Patienten / Personal / Bewohner / Angehörige / Passagiere)
  • Inkubationszeit, Ausbreitungsgeschwindigkeit
  • Ausbreitung über Bereiche/Stationen/Etagen oder lokal begrenzt?, ...

2. Prozessbeobachtung

  • Kritische Verfahren werden lokalisiert und hygienische Schwachstellen identifiziert
  • Fokus auf mögliche Nachlässigkeiten und schleichende Mängel (Stichwort: menschliches Verhalten)
  • Ableitung plausibler Hygienerisiken vor dem Hintergrund erwartbarer Übertragungswege infektiöser Erreger
  • Sofortige Korrektur unstrittiger Hygienerisiken

3. Analyse

... zur Ableitung von Zusammenhängen und Kausalitäten. Schwerpunktfragen:

  • welche fehlerhaften Prozesse haben die Infektionshäufung bzw. die Ausbreitung begünstigt/verursacht?
  • wie sehen mögliche Maßnahmen zum Gegensteuern aus, wo können wirkungsvolle und sinnvolle Barrieren etabliert werden?

4. Festlegung von Maßnahmen

... in Zusammenarbeit mit den Entscheidern vor Ort.
In Abhängigkeit von der Situationseinschätzung und unter Berücksichtigung aller Nebenfaktoren werden priorisierte Maßnahmen vorgestellt und gegenüber den Entscheidern verargumentiert.
Die dabei formulierten, differenzierten Empfehlungen wägen die Vor- und Nachteile der möglichen Handlungsalternativen ab und beinhalten auch Worst-Case-Szenarien sowie mögliche haftungsrechtliche Konsequenzen.

5. Integrierende Umsetzung der Maßnahmen

... im Sinne einer begleitenden Implementierung an der Basis.
Hierbei setzen wir auf jahrelange Erfahrung bei der kurzfristigen Anpassung von hygienisch kritischen Arbeitsprozessen und unsere Erkenntnisse aus etlichen Beobachtungen bei extrinsisch motivierten, individuellen Verhaltensentwicklungen.

6. Etablierung adäquater Verhaltensstrategien

Retrospektive Überarbeitung des Hygiene-Grundkonzeptes zur nachhaltigen, dauerhaften Etablierung adäquater Verhaltensstrategien zwecks Prävention künftiger Hygienerisiken.

Unser 6-Stufen-Schema funktioniert auch als vorbereitende Maßnahme

Hierbei wird mögliches Erregeraufkommen simuliert und es werden gemeinsam mit den handelnden Personen vor Ort proaktive Maßnahmen zur Verhinderung von Erregerausbrüchen etabliert. Für den Umgang mit exogen eingebrachten Erregern nutzen wir darüber hinaus interaktive Trainings, um mögliche Erkrankungsszenarien nachzubilden und angepasste Reaktionen sowie Routinen einzuüben. Im Ernstfall sind die Mitarbeiter/innen dann vorbereitet, agieren sicherer und gelassener.